
Einblicke aus dem FC Bayern Campus
- Wie Nachwuchsspieler am FC Bayern Campus ganzheitlich entwickelt werden
- Welche Rolle Organisation und Umfeld für Performance spielen
- Wie Athletik, Belastung und Regeneration im Alltag gesteuert werden
Zwei Perspektiven, ein Ziel: Wie Nachwuchsspieler entwickelt werden – zwischen Alltag, Performance und Regeneration.
Hinter der Performance am FC Bayern Campus steckt mehr als Talent. Es sind Prozesse, Routinen und Menschen im Hintergrund, die Entwicklung mitgestalten. Ein Blick auf die Arbeit hinter den Kulissen - Ein Interview mit Athletiktrainer Felix Bachmaier und Teammanager Ben Zetzsche der U19.
Organisation, Nähe und Verantwortung
Am Campus greifen Abläufe ineinander, Prozesse laufen reibungslos – genau so, wie es sein soll. Eine zentrale Rolle dabei spielt Ben Zetzsche, Teammanager der U19.
„Im besten Fall merkt man gar nicht, dass ich da bin – dann läuft alles reibungslos.“
Als Teammanager sorgt er dafür, dass sich Spieler und Staff voll auf ihre Leistung konzentrieren können. Seine Rolle reicht dabei weit über klassische Organisation hinaus.
BLACKROLL: Wie weit geht deine Rolle im Alltag am Campus?
Ben Zetzsche:
„Ich bin der Mann für alles rund um das Team – für alles, was nicht auf dem Platz passiert.“
Von Reiseplanung über Abstimmungen mit Schulen bis hin zu alltäglichen Themen: Der Alltag der Spieler ist komplex – und genau hier setzt seine Arbeit an.
BLACKROLL: Was macht den Unterschied im Alltag der Spieler?
Ben Zetzsche: „Es ist ein schmaler Grat: den Jungs nicht zu viel abzunehmen, sie aber gleichzeitig bestmöglich zu begleiten.“


Ein Umfeld, das verbindet
Was den Campus besonders macht, ist nicht nur die Infrastruktur – sondern das Miteinander. Der Schlüssel liegt in der täglichen Zusammenarbeit zwischen Trainern, Staff und Spielern.
„Ich liebe es, jeden Tag an den Campus zu kommen. Viele junge Menschen an einem Ort, alle mit der gleichen Leidenschaft.“
Die Energie ist spürbar: ambitioniert, fokussiert, geprägt von einem gemeinsamen Ziel.
„Die Nähe im Alltag schafft Vertrauen. Wir verbringen fünf bis sechs Tage die Woche zusammen – und sehen uns trotzdem auch privat.“
Diese Verbindung geht über den Trainingsplatz hinaus. Sie schafft Vertrauen – und wird zur Grundlage für Entwicklung.
Über die Jahre entsteht dabei mehr als nur ein organisatorisches Verhältnis. Die Spieler werden durch wichtige Lebensphasen begleitet – und daraus entwickelt sich eine echte Verbindung.
Alltag auf Top-Niveau
Damit sich die Spieler voll auf ihre Leistung konzentrieren können, läuft im Hintergrund alles zusammen. Reisen, Abläufe, Organisation – jedes Detail ist darauf ausgerichtet, Stress zu minimieren und Fokus zu ermöglichen.
„Wir versuchen, perfekte Bedingungen zu schaffen – von kurzen Wegen bis zur Verpflegung direkt nach dem Spiel.“
Ein Beispiel zeigt, wie konkret das im Alltag aussieht: „Wenn die Jungs nach einem Spiel in den Bus kommen, haben wir bereits warmes, kohlenhydrathaltiges Essen vorbereitet, damit sie direkt wieder Energie tanken können.“
Es sind genau diese Details, die selten sichtbar sind – aber den Unterschied machen.


Talent ist der Anfang – nicht der Unterschied
Es geht darum, sich täglich weiterzuentwickeln – und die Voraussetzungen zu schaffen, damit Spieler den nächsten Schritt machen können.
„Manchmal brauchen sie auch Rückschläge, um daraus zu lernen und am Ende zwei, drei Schritte nach vorne zu machen.“
Entwicklung ist kein linearer Prozess. Sie entsteht durch Reibung, Herausforderungen – und durch die Bereitschaft, daran zu wachsen. „Entscheidend ist, dass die Jungs hungrig bleiben und sich stetig verbessern wollen", weiß Felix.
Performance verstehen – wenn Entwicklung messbar wird
Während im Hintergrund die Rahmenbedingungen entstehen, wird auf dem Platz und im Gym an den physischen Grundlagen gearbeitet. Felix Bachmaier verantwortet die athletische Ausbildung der Spieler.
„Match-Laufleistungen, Diagnostikdaten und die Entwicklung der Körperkonstitution sind klare Marker.“
BLACKROLL: Woran erkennst du im Trainingsalltag, dass ein Spieler physisch den nächsten Schritt macht?
Felix Bachmaier:
„Wir arbeiten mit klaren Benchmarks und vergleichen kontinuierlich die Entwicklung der Spieler.“
Konkret zeigt sich das laut Felix in:
- Match-Laufleistung im Vergleich zu Positionsprofilen und Benchmarks
- Diagnostikdaten im Vergleich zu Entwicklungsbenchmarks
- Veränderungen der Körperkonstitution

Regeneration als Teil der Performance
Leistung entsteht nicht nur durch Belastung – sondern durch das richtige Gleichgewicht. Am Campus ist Regeneration kein Zusatz, sondern fester Bestandteil des Systems.
„Phasen mit hoher Belastung sind notwendig – Regeneration ist der Ausgleich.“
Um dieses Gleichgewicht herzustellen, wird gezielt mit unterschiedlichen Maßnahmen gearbeitet. Ein Mix aus aktiven und passiven Methoden gehört dabei genauso dazu wie feste Strukturen im Alltag. Regeneration wird nicht nur punktuell gedacht, sondern systematisch integriert – mit festen Tagen und ergänzenden Maßnahmen, die täglich eingesetzt werden, um akute Belastungen abzufedern.
Auch der Rahmen spielt eine entscheidende Rolle. Regeneration findet bewusst in klar definierten Räumen und Zeitfenstern statt – nicht nur physisch, sondern auch mental.
Im Alltag sind es oft einfache Routinen, die nachhaltig wirken. Soft-Tissue-Anwendungen lassen sich gut in den Trainingsalltag integrieren und geben den Spielern direktes Feedback über ihren körperlichen Zustand.
Die Offenheit für diese Themen hat sich in den letzten Jahren deutlich entwickelt. Spieler setzen sich zunehmend bewusster mit ihrem Körper auseinander – auch wenn die größte Motivation häufig erst nach einer Verletzung entsteht.
Mehr als Ausbildung
Was am FC Bayern Campus entsteht, geht über die fußballerische Entwicklung hinaus. Ein System aus Menschen, Prozessen und Routinen. Ein Umfeld, das fordert, begleitet und Entwicklung möglich macht. Um Talenten den Schritt in den Profisport zu ermöglichen.

